Lymphatische Leukämie
Bruce
Am 14 erfolgte die Einweisung ins Schwabinger Kinderkrankenhaus und, dank des schnellen Reagierens der aufnehmenden Ärztin, noch am selben Tag die Diagnose -Akute lymphatische Leukämie(ALL).
Hinzu kam eine auf den Knochen durchgeeiterte Mittelohrentzündung, die, trotz eines sehr schlechten Allgemeinzustandes von Bruce, am nächsten Tag eine Operation notwendig machte.
3 Wochen später kam unser zweites Kind, Bruce kleiner Bruder Sid auf die Welt. Die ersten drei Monate der Therapie waren von Komplikationen gekennzeichnet.
Bruce sprach sehr schlecht auf das Cortison an und rutschte dadurch in die Gruppe der Hochrisiko - Patienten.
Der erste Hochrisiko-Block machte aus unserem Kind einen einzigen Schmerz, er mußte wegen schlechten Blutbildes in die Isoliereinheit und fieberte hoch.
Dann stellte sich heraus, dass sich durch die Operationswunde hinter dem Ohr ein Aspergillus eingeschlichen hatte, der sich im Felsenbein und an der äußeren Hirnhaut festgestezt hatte. Dies bewog die Ärzte, von einer weiteren Hochrisiko-Therapie abzusehen und unser Kind nur noch nach der MR- Schiene zu therapieren. Rückblickend sage ich: Gott sei Dank.
Was wir dann kaum zu hoffen gewagt hätten traf dann doch noch ein:
der Krankheitsverlauf und das Ansprechen der Medikamente bei Bruce normalisierten sich und Ende August 1997 wurde er nach abschließender Schädelbestrahlung aus der stationären Therapie in die Dauertherapie entlassen.
Dem Einsatz und der Hilfsbereitschaft der Ärzte und der Ärztinnen sowie der Schwestern der Station haben wir es zu verdanken, daß wir die ganze Zeit der stationären Therapie zu viert im Krankenhaus verbringen konnten.
Das war nicht unbedingt selbstverständlich und für das Team der 24d sicherlich nicht immer einfach.
Die liebevolle und sehr kommunikative Betreuung durch die Sozialarbeiter auf der Station und der engagiert geführte Kindergarten ließen uns das Krankenhaus in dieser Zeit ein zweites Zuhause werden.
All diese Leute, und das werden wir nie vergessen, haben Bruce das Leben gerettet.
Als Bruce im August 1998 entlassen dachten wir zuerst einmal: nichts wie zurück ins normale Leben. Obwohl uns jeder dazu riet machten wir keine Kur (im Nachhinein bedauere ich dies), und schließlich mußte ja auch einer von uns beiden wieder arbeiten. Wir dachten wohl auch, ein gewisser Abstand täte uns gut.
Bruce meldete ich für Mitte September im Kindergarten an, ich war der Meinung er sollte möglichst viel Kontakt zu anderen Kindern haben. Bruce spielte nicht mit. Er wurde einmal krank, er wurde zweimal krank, er wurde immer wieder krank, er wollte schlichtweg nicht und war vermutlich auch überfordert damit. Doch all das sah ich damals nicht so recht. An mir selbst fällt mir auf, wie wichtig mir der regelmäßige Kontakt zum Krankenhaus und nach Möglichkeit auch zu betroffenen Familien damals war und letztendlich heute noch ist. Ich freue mich jedesmal, wenn ich bei einem Kontrolltermin im Krankenhaus die Kindergärtnerin der 24d zu einem kleinen Schwätzchen treffe, oder wenn ich, was jedoch sehr selten vorkommt, mal eine Familie aus unserer Zeit auf der Station treffe.
Neben der Betreuung durch das Krankenhaus habe ich Bruce und mir ein zweites Standbein geschaffen, die Betreuung durch Herrn Soldner, einem niedergelassenen Kinderarzt der lange im Schwabinger Kinderkrankenhaus gearbeitet hat, und der nun homöopathisch arbeitet. Seine Adresse bekam ich von der 24d, und seit Januar 1997, also noch unter Therapie, begleitet er Bruce medizinisch-fachlich und mich mit Rat und Tat, wenn Unsicherheiten bestehen und Entscheidungen zu treffen sind.
Familie Casal
Vavra
Stefanie Casal, Jürgen Vavra, Bruce und Sid Casal
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