Verwaiste Eltern

Beratung und Selbsthilfegruppen

Einführung
Verwaiste Eltern der Kinderkrebsstation
Verwaiste Eltern e.V.
Literaturangaben

Du bist wichtig, weil Du eben Du bist.
Du bist bis zum letzten Augenblick
Deines Lebens wichtig und wir werden alles tun,
damit Du nicht nur in Frieden sterben,
sondern auch bis zuletzt leben kannst.

Cicely Saunders

Treffen verwaister Eltern

Seit über zehn Jahren gibt es - zumeist zweimal im Jahr - ein Treffen der verwaisten Eltern der Station 24d (früher 2a) des Kinderkrankenhauses in München-Schwabing. Organisiert und begleitet wurde es bisher vom Psychosozialen Team der Station 24d und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Frau Uta Maaß.
Inzwischen wird es von KONA organisiert und finanziert, um auch Eltern und Kinder anderer Kliniken mit einzubinden.

 

Nicht nur Sterbe-, sondern Lebensbegleitung!

Auf diesem Gedanken von Cicely Saunders, der Gründerin des ersten Hospizes in London, beruht die Hospizidee. Die Erfahrung einer Sterbe-/Lebensbegleitung ist überaus schmerzvoll und geht bis an die körperlichen und seelischen Grenzen des Begleitenden. Aber zugleich macht sie sein Leben reicher und gibt ihm die Möglichkeit zu reifen, so wie kaum eine andere Erfahrung. Wenn es Ihnen möglich ist, Ihr todkrankes Kind bis zum Ende zu begleiten, ist dies eine wichtige Quelle für Ihr Weiterleben.

Bedenkt -
den eigenen Tod,
den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der anderen
muß man leben.

Mascha Kaleko

In diesem einen Satz sagt die Autorin Mascha Kaleko, die selbst einen Sohn verloren hat, alles über Verlust und Trauer: Der trauernde Mensch bleibt mit seinem Schmerz und seiner Sehnsucht zurück und doch muß er mit dem Tod - in unserem Fall des geliebten Kindes - leben. Nicht ohnmächtig werden oder aushalten, sondern leben.

Für die verwaisten Eltern und Geschwister bedeutet dies eine große und schwere Lebensaufgabe. Behutsam müssen sie lernen, das Geschehen in ihr Leben zu integrieren und wieder einen Sinn und eine Zukunft zu sehen. Der Tod eines Kindes erschüttert die Eltern und auch deren Beziehungen zutiefst. Auch die körperlichen Kräfte der Eltern sind nach der meist langen Erkrankung des Kindes erschöpft.
Häufig kommt es zu Trennungen, psychischen und physischen Krankheiten. Es gibt Eltern, die verfallen in schwere Depressionen, andere stürzen sich in Aktivitäten. Die Trauer hat keinen fest vorhersehbaren Verlauf, es gibt keine Patentrezepte, sie ist immer subjektiv.

Und doch möchten wir Sie auf Möglichkeiten und Angebote hinweisen, die Ihnen vielleicht helfen können, den Verlust zu überleben und mit dem Verlust wieder zum Leben zu finden.

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Verwaiste Eltern der Kinderkrebsstation

Frau Uta MaaßSeit gut sechs Jahren gibt es - zumeist zweimal im Jahr - ein Treffen der verwaisten Eltern der Station 24d (früher 2a) des Kinderkrankenhauses in München-Schwabing.
Etwa seit zwei Jahren übernimmt die „Elterninitiative krebskranker Kinder e.V" als Gastgeber die Kosten dieser Treffen.

Die ersten Einladungen wurden nur sehr zögerlich angenommen. Wenige Elternpaare, zum Teil mit Geschwisterkindern, trauten es sich zu. Und doch war von Anfang an für alle Beteiligten, Eltern, Kinder und die verschiedenen, beruflichen Begleiter der Station (Arzt, Sozialpädagoge, Seelsorger, Erzieher und Ehrenamtliche), eine Vertrauteit und Verbundenheit durch das gemeinsam Erlebte der extrem belasteten Zeit.
Die ersten Zusammenkünfte hatten noch fast familiären Charakter, da wir uns bei einer der betroffenen Familien trafen. Gespräche im Austausche der Erfahrungen, Traurigkeit über den unfasslichen Verlust, aber auch Gespräche mit ganz anderen Themen und sogar Fröhlichkeit und Lachen hatten ihren Platz. Meist beschloß der Besuch eines Grabes das Beisammensein.

Unser Angebot fand im Lauf der Jahre immer mehr Zuspruch und Beteiligung, sodaß wir, sehr gern, den Rahmen ändern mußten, um Eltern mit zum Teil nachgeborenen Kindern ein Treffen zu ermöglichen. Besonders wichtig erscheint uns, einen "geschützten Rahmen", allein rein räumlich, anzubieten, um allen Bedürfnissen der Betroffenen in erforderlicher Weise Rechnung zu tragen. Mehrfach wurde diese Gegebenheit von den Beteiligten als besonders wohltuend betont.

Uta Maaß


Verwaiste Eltern München e.V.

Die Verwaisten Eltern München sind ein Selbsthilfeverein für Eltern, die ein Kind, oder Geschwister, die einen Bruder, eine Schwester durch Tod verloren haben.

Gespräche

Gespräche mit anderen Betroffenen und verständnisvolles Zuhören machen es möglich, die eigene Trauer zuzulassen und auszudrücken.

Beratung

Das Angebot reicht von telefonischer Beratung und Einzelgesprächen über unterschiedliche Selbsthilfegruppen bis hin zu Trauerseminaren für Eltern und Geschwister. Unabhängig von der Teilnahme an einer Gruppe werden hilfesuchende Literatur und Kontakt zu weiteren Hilfsangeboten vermittelt. Der Verein informiert auch über Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen außerhalb Münchens.

Verein
VERWAISTE ELTERN MÜNCHEN E.V.
St.- Wolfgangs-Platz 9
81669 München
Tel. 089/4808899-0
Fax 089/4808899-33

Bürozeiten: täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr

www.verwaiste-Eltern-Muenchen.de

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Literatur

Folgende Bücher, darunter einige Standardwerke, beschäftigen sich speziell mit dem Thema „Kinder und Tod". Weitere Empfehlungen sind willkommen; wir nehmen sie gerne in unsere Liste auf. Emailkontakt

Verwaiste Eltern München e.V.
Christine Fleck-Bohaumilitzky
Überall deine Spuren.
Eltern erzählen vom Tod ihres Kindes.
Don Bosco Verlag. ISBN: 3769812832
Der Tod eines Kindes stürzt die ganze Familie in eine unvorstellbare Krise. Überall lassen sich Spuren finden, die an das geliebte Kind erinnern. Um weiter leben zu können, müssen sich Eltern, Angehörige und Freunde mit dem Erlebnis auseinandersetzen.
Erfahrungsberichte könenn ermutigen, die Trauer zu zeigen und sie zuzulassen mit dem Ziel, sie zum integrierten Teil des Lebens werden zu lasen.
41 Mütter, Väter und Geschwister erzählen hier sehr persönlich über ihre Situation nach dem Tod ihres Kindes oder ihres Geschwisters. Sie geben Einblick in ihre Gefühlswelt und berichten über Erfahrungen, die sie in der wohl schwersten Zeit ihres Lebens gemacht haben. Trauernde und Menschen, die sie begleiten wollen, finden im Anhang zusätzlich wichtige Adressen und Literaturhinweise.

Elisabeth Kübler-Ross
Kinder und Tod
Kreuz Verlag
Das Buch vermittelt die vielfältigen Erfahrungen, die Kübler-Ross im Laufe ihres Lebenswerkes mit sterbenden Kindern, deren Eltern, Verwandten und Freuden gesammelt hat. An vielen Beispielen macht sie deutlich, wie Kinder ihre Krankheit und ihr Sterben erleben. Ein sehr bewegendes und tröstendes Buch, das uns neue Einsichten schenkt.

Barbara D. Rosof
Wenn ein Kind stirbt - Wie Familien mit Tod und Trauer umgehen
(Goldmann Verlag)
Rosof beschreibt zahlreiche Fallbeispiele und bietet verwaisten Eltern konkrete Hilfestellungen an. Sie behandelt nahezu alle Aspekte, mit denen Eltern nach dem Tod eines Kindes konfrontiert sind. Ein sehr praktisches Buch, das auf Rosofs langjährigen Erfahrungen als Psychotherapeutin beruhen.

Jorgos Canacakis
Ich sehe Deine Tränen - Trauern, Klagen, Leben können
( Kreuz Verlag )
Ein eher wissenschaftliches, hoch interessantes Buch, das die Notwendigkeit der Trauer und die Möglichkeiten, mit der eigenen Trauer zu leben, darstellt. Trauer gehört zum Leben und kann kreativ für einen neuen Lebensbeginn eingesetzt werden. Canacakis ist Psychologe und Therapeut und leitet die „Akadamie für menschliche Begleitung" in Essen. Seine Trauerseminare sind international anerkannt.

Mechthild Voss-Eiser
Noch einmal sprechen von der Wärme des Lebens
(Herder Verlag)
Texte aus der Erfahrung mit Trauernden. Voss-Eiser will mit dieser hervorragenden Textsammlung ermutigen, der Trauer nicht auszuweichen, sondern sie in unser Leben zu integrieren. Das Buch will Anstöße geben, Trauer auszudrücken und Worte zu finden.

Waldemar Pisarski
Anders trauern - anders leben
(Kaiser Taschenbücher)
Die Stationen der Trauer, störende und krankmachende Faktoren im Trauerprozeß und Möglichkeiten der Trauerbewältigung aus der Sicht eines erfahrenen Krankenhauspfarrers. Pisarski begleitet den Trauernden einfühlsam und vorsichtig und zeigt ihm Wege, den Umgang mit Trauer zu lernen.

Literaturtips für Kinder und Jugendliche:

Sigrid Zeevaert
Ein Meer voller Sterne
(Dressler Verlag)
Nele und Katharina, zwei zehnjährige Mädchen, sind Brieffreundinnen. Als Katharina an Krebs erkrankt, sind Neles lebensbejahende Briefe immer ein Lichtblick für sie. Nele begleitet ihre Freundin durch die Krankheit hindurch bis zu deren Tod und wagt es auch, mit ihr über das große Warum zu diskutieren.

Willy Schuyesmans
Adieu, Benjamin
(arsEdition)
Ein wunderbares Buch, das eine Vorstellung vom Sterben und Tot-sein vermitteln möchte. Der tote Benjamin erzählt uns, wie das ist mit dem Sterben und dem Sein danach. ...

Eyvind Skeie
Das Sommerland
(Quell Verlag)
Diese zauberhafte Geschichte erzählt vom Dunklen Tal, vom „Der Immer Wartet", vom Engel des Trostes, dem Winterwald und Sommerland, dem Land der Toten. Das Märchen gibt nicht nur Kindern eine Antwort auf die Frage: „Wohin kommen wir, wenn wir sterben?"

Astrid Lindgren
Die Brüder Löwenherz
(Oetinger Verlag)
Die Brüder Karl und Jonathan sterben und begegnen sich wieder im herrlichen Nangijala, wo spannende Abenteuer auf sie warten. Eine der bekanntesten Kindergeschichten Astrid Lindgrens -überaus fesselnd und zugleich tröstend.

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